Die Umfrageergebnisse sind in nachfolgenden Diagrammen dargestellt. Sie zeigen
die vielfältigen inhaltlichen und organisatorischen Formen der Wohnprojekte.












Im Überblick bayerische Wohnprojekte


Der Wohnprojekt-Atlas soll einen möglichst umfassenden Überblick über selbstorganisierte, gemeinschaftsorientierte Wohnprojekte in Bayern vermitteln.
Das Interesse am gemeinschaftsorientierten Wohnen dokumentiert, wie Bürgerinnen und Bürger ihre Belange selbst in die Hand nehmen.
Auch das gemeinschaftsorientierte Wohnen ist zunächst eine ganz private Sache. Deshalb sind auch nicht alle Projekte, die es in Bayern gibt im Wohnprojekt-Atlas enthalten. An die Öffentlichkeit – z.B. über die Website www.wohnprojektatlas-bayern.de – treten Projekte dann, wenn sie um Mitstreiter werben oder aber ihre Erfahrungen publik machen wollen und auch besondere Absichten verfolgen:


• sie suchen einen alternativen Weg neben den herkömmlichen Eigentumsformen;
• sie wollen sozial ambitioniert neue Strukturen für das Leben in einer sich wandelnden Gesellschaft schaffen;
• sie nehmen die ökologische, Herausforderung zum Anlass, zukunftsweisend zu bauen und zu wohnen.
• sie legen Wert auf kulturellen Austausch oder möchten kulturelle Impulse geben und mit Gleichgesinnten Rahmenbedingungen schaffen für die Entwicklung von Kunst und Kultur über den Wohnalltag hinaus.

 

Als gemeinschaftsorientiert werden Wohnprojekte bezeichnet, in denen sich schon früh Menschen zusammenfinden, um gemeinsam ein Haus, ein Quartier oder/und eine Nachbarschaft zu planen und zu realisieren. Zweites Kennzeichen für Gemeinschaftsorientierung ist das Vorhandensein von Gemeinschaftseinrichtungen, z.B. Gemeinschaftsräume, eine gemeinsam genutzte Küche, eine Gästewohnung.

Häufig haben die Bewohnerinnen und Bewohner dabei die Ziele einer nachhaltigen Stadtentwicklung umgesetzt. Sie haben sich mit sozialen, ökologischen, ökonomischen und interkulturellen Fragen und mit der demographischen Entwicklung unserer Gesellschaft beschäftigt und ihre eigenen Lösungsansätze im Wohn- und Lebensumfeld entwickelt. So sind innovative Lebenskonzepte und neue Unterstützungs- und Wohnformen entstanden.

 

 

Merkmale von Wohnprojekten
Beim Vergleich der Projekte wurde festgestellt, dass kaum ein Projekt wie das andere ist. Bezüglich der Zielgruppen wie auch der jeweiligen Charakteristik sind die verschiedensten Kombinationen zu beobachten.
Manche Projekte nutzen eine Vielzahl an Rechtsformen und Instrumenten, um ihre Ziele zu erreichen, manche kombinieren verschiedene Rechtsformen im „juristischen Haus“ mit Umbauten im Bestand und/oder Neubau im realen Haus.


Die Diversifizierungder Projekte kommt vor allem bei der Zielgruppenorientierung zum Ausdruck, denn die meisten Projekte sprechen mehrere Zielgruppen an. „Mehrgenerationen“ und „keine bestimmte Zielgruppe“ werden am häufigsten genannt, gefolgt von den Merkmalen „Familien“ und „Seniorinnen und Senioren“.

Die meisten Projekte streben im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung eine gemischte Bewohner-Struktur an. Auf die Frage nach dem Wohntyp des Projekts überwiegt als Antwort: Leben in einer Hausgemeinschaft, gemeint ist dies mit abgeschlossener Wohnung. Häufig wird jedoch angegeben, dass dieser Wohntyp in einen Nachbarschafts- und Quartiersverbund eingebunden ist bzw. diesen unterstützen soll.


Die vorhandenen Gemeinschaftseinrichtungen sollen zu einem intensiveren nachbarschaftlichen Leben und Austausch beitragen.
Darüber hinaus existieren vielfältige Kooperationen mit Einrichtungen wie Car-Sharing, Tauschringen und verschiedensten Vereinen.

Bei der Frage, welchen Charakter die Wohnprojekte haben, zeigt sich, dass sie sich meist mit mehreren gesellschaftspolitischen Themen identifizieren. Vor allem die Merkmale „sozialer Fokus“, „Zusammenwohnen steht im Vordergrund“ und „ökologischer Fokus“ werden von fast allen Projekten genannt.

Wichtig scheint auch das Merkmal „ökonomischer Fokus“, weil gemeinsames Bauen eine kostengünstigere Variante darstellt. Bei der Frage nach Nachbarschaftshilfe und Kooperationen zeigt sich, dass sich gegenseitige Unterstützung und ein intensiverer nachbarschaftlicher Umgang etabliert haben. Daraus ist zu schließen, dass sich auch bei zunächst rein ökonomisch orientierten Baugemeinschaften im Verlauf des Realisierungsprozesses und des späteren Zusammenwohnens ein lebendiges Sozialgefüge entwickeln kann.

 

 

Pionierphase scheint abgeschlossen –
Vorbilder als Wegweiser

Die meisten Fragen und Anliegen der Interessierten und entstehenden Gruppen können heute durch eine Vielfalt von Angeboten, z.B. Bildungs- und Beratungsangeboten, Wohnprojekttage, Exkursionen zu erfolgreichen Projekten bedient werden.


Die Erfahrungen von gelungenen Projekten können interessierte Gruppen nutzen, aber auch in schon bestehende Projekte einziehen. Wohnungsbaugesellschaften kooperieren zunehmend mit Wohnprojektgruppen in Miete, weil sie sich von den Vorteilen der Zusammenarbeit überzeugen konnten. Doch die Nachfrage von Mietprojekten übersteigt hier noch bei weitem das Angebot.
Auch gibt es schon Bauträger, die Baugemeinschaften entstehen lassen, sie beraten und an der Planung beteiligen.


Für alle die sich an der Entstehung eines Wohnprojekts beteiligen wollen, bietet die Wohnprojekt-Börse auf der Internetseite www.wohnprojektatlasbayern.de eine geeignete Plattform.
Dort vernetzen sich Angebot und Nachfrage.

 

 

 




Dieses Projekt wurde
realisiert mit freundlicher
Unterstützung des


Bayerischen Staatsministeriums
für Arbeit und Sozialordnung,
Familie und Frauen