Projektstart - aber wie?

 

Menschen können sich aufgrund ähnlicher oder gleichgerichteter Interessen zu einer Wohnprojektgruppe zusammenfinden. Dabei gibt es vielfältige Methoden und Strategien für die Realisierung, die je nach Art des Projekts, des Orts, der Kommune oder der Projektbeteiligten sehr unterschiedlich ausgeformt sein können. Für die Entwicklung einer umsetzungsorientierten Strategie ist eine unabhängige Fachberatung unumgänglich, die keine Eigeninteressen an dem Projekt hat – d. h. weder einen Planungsauftrag anstrebt, noch einen Bauvertrag für Bauleistungen abschließen will, noch ein Grundstück verkaufen möchte, noch politische Interessen vor Ort verfolgt oder auch in dem Projekt wohnen möchte (s. a. S. 41). Ziel sollte es dabei sein, die möglichen Vorteile und gemeinsamen Interessen a l l e r am Projekt Beteiligten, wie Wohnprojektgruppe, Wohnbauunternehmen oder Finanzdienstleister, Planer, kommunale und staatliche Verwaltung, herauszufinden und ein Einvernehmen für eine kooperative Umsetzung zu erreichen. Urbanes Wohnen e.V. hat aus der bisherigen Praxis Prinzipien für nachhaltige Projektentwicklung abgeleitet, die seit Jahren mit Erfolg angewandt werden:

 

 

 


Aufspüren lokaler Ressourcen

  1. Lokale Ressourcen können baulichräumlicher, sozialer, organisatorischer oder finanzieller Art sein.

  1. Sie zu mobilisieren und zu integrieren erspart Wege und Zeit.

Faire Verteilung von Lasten und Nutzen

  1. Partizipation braucht Gleichgewicht von Mitbestimmung und Mitverantwortung.

  1. Gemeinsame Verantwortung bringt gemeinsame Verbindlichkeit und fördert zugleich Identifikation und Engagement.

  1. Projektentwicklung miteinander statt nacheinander erspart Reibungsverluste und fördert die Chancen für einen Konsens.

Verbindlichkeit und Transparenz bei allen Vereinbarungen

  1. Ein klarer Handlungsrahmen, eindeutige Rollendefinition und guter Informationsfluss nach innen und außen gewährleisten Transparenz und fördern einen konstruktiven Gruppenprozess.

  1. Klare, übersichtliche Realisierungsschritte sind bei komplexen Problemen eher konsensfähig und ermöglichen rasches Reagieren auf Veränderungen. Der Weg der kleinen Schritte bringt viele kleine Erfolgserlebnisse.

Der schlimmste Fall

Insgesamt muss für ein laufendes Projekt immer auch der schlimmste Fall eingeplant werden.

  1. Für Eigentumsprojekte heißt dieser: Es wird eine ganz normale Wohnungseigentümergemeinschaft.

  1. Bei Genossenschafts- und Mietprojekten: Es wird ein ganz normales Mietshaus.

Solange die Projekte im Zweifelsfall auch noch auf dem freien Markt zu verkaufen oder zu vermieten sind, ist das Risiko für solche Projekte sehr überschaubar und der Zwang zum Erfolg nicht ganz so drückend, die Freude über die Erleichterungen im Alltag und über den Gewinn an Lebensqualität umso größer.

Der wichtigste Rat für alle Projektstarter lautet:

„Packen wir’s an!“



Dieses Projekt wurde
realisiert mit freundlicher
Unterstützung des


Bayerischen Staatsministeriums
für Arbeit und Sozialordnung,
Familie und Frauen